Fünftägige Reiseroute – Snæfellsnes und die Westfjorde
Alternativ zur Fähre zwischen der Halbinsel Snæfellsnes und den Westfjorden kann man auch auf dem Festland fahren.
Hauptattraktionen
Ytri Tunga · Búðakirkja · Arnarstapi · Lóndrangar · Kirkjufell · Rauðisandur · Látrabjarg · Dynjandi
Weitere Attraktionen
Eldborg · Gerðuberg · Ölkelda · Bjarnafoss · Miðgjá · Gatklettur · Bárður Snæfellsás · Djúpalónssandur · Saxhólsbjarg · Skarðsvík · Kirkjufellsfoss · Berserkjahraun · Selvallafoss · Flatey · Hellulaug · Krosslaug · Garðar BA 64 · Reykjafjarðarlaug · Ísafjörður · Naustahvilft · Bolafjall · Bolafjall Útsýnispallur · Ósvör · Valagil · Lambagil · Bulafoss · Arngerðareyri Kastallin · Grábrók · Glanni
Von Reykjavík fahren wir nach Norden und biegen in der Ortschaft Borgarnes (wo man einkaufen kann) auf die Straße 54 in Richtung Halbinsel Snæfellsnes ab. Die erste Sehenswürdigkeit ist der Krater Eldborg, auf dessen Rand man hinaufsteigen kann. Kurz danach gibt es zwei geothermische Becken — Landbrotalaug und für Mutigere Sturlungalaug. Es ist aber nicht die letzte Gelegenheit zum geothermischen Baden auf unserer Reise.
Etwas weiter, nur unweit der Straße 54 auf einer Nebenstraße, befindet sich die größte Basalt-Felswand Islands — Gerðuberg. Einen kurzen Erfrischungsstopp verdient die Mineralquelle Ölkelda, wo man gegen eine kleine Gebühr Mineralwasser zum Mitnehmen schöpfen kann. Damit man frisch und munter für die Robbenbeobachtung am Strand Ytri Tunga ist. Wenn man die gemütlich herumtollenden Tiere genug bewundert hat, erwartet uns auf der Strecke die schwarze Kirche mit weißen Fenstern Búðakirkja, die durch Millionen von Fotos für diesen Ort bereits ikonisch geworden ist, und nicht weit davon der Wasserfall Bjarnafoss. Noch schönere Wasserfälle warten aber auf uns, sodass man, wenn man keine Zeit übrig hat, ruhig einfach vorbeifahren kann.
Wir kommen zum Dörfchen Arnarstapi, das mehrere Sehenswürdigkeiten bietet und daher ein guter Ort für die erste Übernachtung ist. Arnarstapi liegt direkt unterhalb des Gletschers Snæfellsjökull und weit über seine Grenzen hinaus hat es der Aussichtspunkt auf ein einsames Häuschen auf den Felsen berühmt gemacht. Sehenswürdigkeiten gibt es aber noch viele mehr — die natürliche Felsbrücke Miðgjá, ein Wallfahrtsort für jeden Fotografen in der Gegend, der Felsen Gatklettur oder die sechs Meter hohe Skulptur des sagenhaften Wesens namens Bárður Snæfellsás.
Weiter nach Westen entlang der Küste warten die faszinierenden Klippen Lóndrangar — die Felsformationen sind bereits von der Straße aus gut zu sehen; wer Zeit und Lust hat, kann sie auf einem etwa halbstündigen Spaziergang erkunden. Weiter auf der Strecke liegt der Strand Djúpalónssandur aus kleinen schwarzen Kieseln, dasselbe gilt für die Klippen Saxhólsbjarg. Interessant ist aber der folgende Strand Skarðsvík — er besteht aus gelbem Sand, was für Island ungewöhnlich ist, und kann eine gute Vorbereitung auf weitere Strände sein, die uns noch erwarten.
Wir genießen die Schönheit der isländischen Küste und kommen zu dem wohl bekanntesten isländischen Berg, dem pfeilspitzenförmigen Kirkjufell. Die Möglichkeiten, den Berg zu betrachten und zu fotografieren, sind zahllos — der bekannteste Blick ist wohl der mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss direkt vor einem. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, wird man hier wahrscheinlich gute zwei bis drei Stunden verbringen.
Auf der Weiterfahrt entlang der Nordküste kann man bei Interesse auf dem unbefestigten Weg 558 das Lavafeld Berserkjahraun durchqueren und gleich danach mit einem kurzen Abstecher auf der Straße 56 zum Wasserfall Selvallafoss fahren, wo es auch eine recht schöne Rastmöglichkeit gibt. Dann wartet die Hafenstadt Stykkishólmur, wo man die zweite Nacht verbringen und anschließend mit der Fähre in den Hafen der Westfjorde nach Brjánslækur übersetzen kann.
Die Fähre legt auf der Insel Flatey an, und man kann dort aussteigen und auf die nächste Verbindung warten — das Auto muss jedoch auf der Fähre bleiben. Auf der Insel gibt es auch einen Campingplatz, auf dem man übernachten kann, allerdings muss man alles Nötige dabei haben.
Nach der Fähre fahren wir weiter nach Westen, aber nur wenige Kilometer nach Osten liegt das geothermische Becken Hellulaug, das nur wenige Meter vom Meeresufer entfernt liegt. Dasselbe kann das kleine Becken Krosslaug wenige Kilometer auf unserem Weg sein, wo ein kleines Eintrittsgeld verlangt wird. Den Strand Barðastrandarsandur kann man getrost überspringen, denn unser nächstes großes Ziel ist der rote Strand Rauðisandur. Unterwegs kommen wir am Schiffswrack Garðar BA 64 vorbei, das einen kurzen Stopp lohnt — man kommt ohnehin daran vorbei, also liegt es an einem selbst, ob man auf dem Hin- oder Rückweg anhält.
Über den Strand Rauðisandur muss man wissen, dass er seine Tücken hat. Während der kleinere, südöstliche Teil rund um den Hof/Campingplatz Melanes praktisch jederzeit zugänglich ist und man hier Robbenkolonien beobachten kann, ist der zweite, weitaus größere nordwestliche Teil des Strandes nur rund um die Ebbe zugänglich — etwa zwei Stunden vor und zwei Stunden nach Niedrigwasser. Im kalten Meerwasser zu waten will man sicher nicht.
Nach dem Stopp bei Rauðisandur kehrt man auf Serpentinen zur Straße 612 zurück und fährt bis zu ihrem äußersten Ende, zu den majestätischen Klippen Látrabjarg. Látrabjarg ist eine der größten Meeresfelsklippen Europas und Brutplatz für Hunderttausende von Paaren Seevögeln. Zum Entzücken der Touristen ist es erfreulich, dass Papageitaucher gerne gleich am Anfang nisten, sodass man die kühnsten von ihnen fast direkt vom Parkplatz aus sehen kann. Die Klippen Látrabjarg sind 14 Kilometer lang, und wie weit man geht, bleibt einem selbst überlassen.
Unser nächstes großes Ziel, vor dem wir kurz im geothermischen Becken Reykjafjarðarlaug baden können, wird der Wasserfall Dynjandi sein. Dynjandi ist das Juwel der Westfjorde — er ist fast 100 Meter hoch und an seiner breitesten Stelle 60 Meter breit, und seine Schönheit und Monumentalität behauptet sich in der außerordentlich starken Konkurrenz der anderen isländischen Wasserfälle. Zudem hat man unterhalb des Wasserfalls Dynjandi gleich weitere 7 Wasserfälle als Bonus.
Danach steht dem Aufbruch in die Stadt Ísafjörður nichts mehr im Weg. Wer etwas Zeit hat: Der erste Tipp ist der Aussichtspunkt Naustahvilft direkt neben dem Flughafen, der den Spitznamen Trollenstuhl trägt. Mit etwas Unternehmungsgeist kann man den etwa 15 Kilometer entfernten Gipfel Bolafjall mit der neu errichteten Aussichtsplattform ansteuern, von der aus man einen herrlichen Blick auf den Fjord Ísafjarðardjúp und das Festland bis hin zur Region Hornstrandir hat. Wer sich für das lokale Leben interessiert, sollte das maritime Museum Ósvör in Bolungarvík besuchen.
Von Ísafjörður aus fahren wir nach Osten und folgen den Fjorden. Am Ende des ersten liegt die Schlucht Valagil und am Ende des zweiten das Tal Lambagil mit dem Wasserfall Bulafoss. Auch wenn Valagil bekannter ist, ist Lambagil für mich persönlich der Favorit. Einen Fjord weiter gibt es direkt an der Straße den Aussichtspunkt Litlibær — jedes Mal, wenn ich dort vorbeifahre, sind mindestens ein oder zwei Robben da. Mit etwas Glück sind es Dutzende, allerdings kommt man ihnen nirgendwo näher als auf 50 Meter heran. Es gibt auch eine neu errichtete Rastmöglichkeit, sodass man die Robbenbeobachtung mit einem Imbiss verbinden kann.
Dann erwartet uns eine lange Fahrt bis zum Beginn der Fjorde, wo wir bei einem verlassenen Haus mit geheimnisvoller Architektur halten können, das Arngerðareyri Kastallin genannt wird. Auf unserem Weg zurück nach Reykjavík warten auf der berühmten Straße Nr. 1 noch die Krater Grábrók und der nahegelegene Wasserfall Glanni.
Einkaufsmöglichkeiten: Borgarnes, Stykkishólmur, Ísafjörður
Gesamtlänge in km
Gesamtdauer in Tagen
Schwierigkeitsgrad
Verfügbarkeit
Auto erforderlich
Hauptattraktionen entlang der Route
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